Geschichtswettbewerb: Altenholzer Schülerinnen erfolgreich
Auszeichnungen für Altenholzer Schülerinnen beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten
Gleich zwei Projekte überzeugten die Jury mit spannenden Einblicken in die Vergangenheit – von Passfälschungen im NS-Regime bis zu Schmugglern an der Ostsee. Wir gratulieren den jungen Historikerinnen herzlich!
Die aktuelle Wettbewerbsrunde des Geschichtswettbewerbes der Körber Stiftung ist die erfolgreichste seit 30 Jahren: Über 6.720 Kinder und Jugendliche haben mit 2.289 Beiträgen am Geschichtswettbewerb teilgenommen. Damit folgten sie dem Aufruf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, in der eigenen Familien- und Regionalgeschichte auf Spurensuche zu gehen. Die meisten Einsendungen kamen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hamburg.
In Schleswig-Holstein wurden 128 Beiträge von 395 Teilnehmenden eingereicht. Neben den 14 Landes- und 14 Förderpreisen, die nach Schleswig-Holstein gehen, darf sich das Gymnasium Wentorf über die Auszeichnung als landesbeste Schule freuen. Der Gruppenpreis geht an 20 Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Klassenstufe der Albinus-Gemeinschaftsschule in Lauenburg. In einer eigens erstellen Ausstellung beleuchten sie unterschiedliche Aspekte der innerdeutschen Grenzen mit besonderem Blick auf einen Zeitzeugen.
Historische Spurensuche in Schleswig-Holstein
Die Sechstklässlerin Martje Sönksen erhält für Nachforschungen in ihrer Heimatstadt Eckernförde zum Thema Schmuggel im Jahr 1810 einen der mit 500,– Euro dotierten Landespreise. Im Kontext der Kontinentalsperre ging sie der Frage nach, welche Grenzen die Menschen überschritten, um dem Schmuggel nachzugehen. Dabei fand sie heraus, dass es sich neben den rechtlichen Grenzen auch um geographische und sprachliche Grenzen handelt. Diese Arbeit ist im Rahmen der Begabtenförderung im Enrichmentkurs von Henning Schröder am Gymnasium Altenholt entstanden. Über einen mit 200,– Euro dotierten Förderpreis können sich drei Schülerinnen aus dem Wahlpflichtkurs »Sowi« von Carsten Droste freuen. Catrina Seekamp, Mina Storf und Ida Frenkert haben sich ausgehend von ihrer Familiengeschichte in ihrer Arbeit mit lebensrettenden Passfälschungen in der NS-Zeit beschäftigt und damit offensichtlich auch die Jury beeindruckt
Auffallend ist die hohe Anzahl an eingereichten Podcasts und Filmen, von denen viele mit einem Landessieg oder Förderpreis ausgezeichnet werden konnten. Die Themenvielfalt in Schleswig-Holstein reicht von materiellen bis hin zu immateriellen Grenzen und vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
Auszeichnung der besten Beiträge auf Landesebene
Am 9. Juli wurden die Preisträgerinnen und Preisträger im Rahmen der feierlichen Landespreisverleihung im Kieler Rathaus ausgezeichnet. Die Urkunden überreichten die Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Dr. Dorit Stenke und die Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik der Körber-Stiftung Gabriele Woidelko. Mit einer Laudatio seitens der Körber-Stiftung wurde dem Gymnasium Wentorf die Urkunde als landesbeste Schule verliehen. Die Gewinnerinnen und Gewinner der 14 in Schleswig-Holstein ausgezeichneten Landessiege haben zudem die Chance auf einen der 50 Bundespreise. Die fünf Ersten Preise auf Bundesebene werden am 11. November 2025 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue in Berlin vergeben.

Die Schülerin Martje Sönksen (Mitte) und ihr Lehrer Henning Schröder (links) bei der Ehrung im Kieler Rathaus, Foto © Kai-Ole / MBWFK
Über den Geschichtswettbewerb
1973 gründeten Bundespräsident Gustav Heinemann und der Stifter Kurt A. Körber den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Mit bislang knapp 163.000 Teilnehmenden und rund 38.800 Projekten ist er der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland.

Laura Wesseler
Programmleiterin des Geschichtswettbewerbes des Bundespräsidenten
www.koerber-stiftung.de/projekte/geschichtswettbewerb