Unsere Blühflächen im Wandel: Neue Pflegekonzepte für mehr Artenvielfalt
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
der Sommer ist vorüber und die Vegetation geht in den Winterschlaf. Blütenstände bleiben möglichst den Winter über stehen und bieten dadurch verschiedenen Insektenarten Nist- und Überwinterungsquartiere. In den Blühflächen haben viele gute Pflanzen ausgesamt und bieten nächstes Jahr hoffentlich wieder zahlreich ihre bunte Blütenpracht und Nahrungsreichtum an. Auf einem Rundgang mit einer Expertin vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) konnten bereits viele wertvolle Pflanzen auf den Flächen gesichtet werden. Wilde Möhre, Wiesenschaumkraut, Wilde Stiefmütterchen, Rotklee, Kriechender Hahnenfuß und Wiesenpippau konnten gesichtet werden. Auch Margeriten, Wiesenkopf und Wundklee, Malve und Schafgarbe, Ehrenpreis, Wiesenwitwenblume, Gewöhnliches Leinkraut, Echtes Labkraut, Echter Beifuß, Johanniskraut und sogar die 2-jährige Wegwarte haben sich auf unseren Blühflächen durchgesetzt. Mittlerweile sind einige Bereiche der Blühflächen hübsch eingezäunt. Dies hat vor allem den Hintergrund die Flächen besser sichtbar zu machen. Zum einen für Spaziergänger, zum anderen aber auch um verschiedene Mähbereiche voneinander abzugrenzen. Unterschiedlicher Untergrund und Verschattung auf den Blühwiesen führt zu einer andersartigen Zusammensetzung der sich entwickelnden Pflanzengesellschaften. In Absprache mit dem DVL wurde beschlossen, für die einzelnen Bereiche die Pflegebedingungen noch genauer anzupassen und ganz individuelle Konzepte pro Areal zu erstellen. Mit angepasster Mahd wird nun auf die jeweilige Entwicklung eines Abschnitts reagiert. Einige Teile einer Wiese werden dementsprechend öfter gemäht als andere.
Um darauf im Jahresverlauf gezielt eingehen zu können, wurde daher eine Abgrenzung mit kleinen Naturzäunen geschaffen. An folgender Grafik lässt sich das Konzept verdeutlichen. Der rot markierte Teil ist eingezäunt und für das Jahr 2025 wurde zunächst beschlossen, den Teil zwei Mal jährlich zu mähen. Der blaue Abschnitt wurde erstmal nicht gemäht, da dort mehrere wertvolle Wegwarten entdeckt wurden, die unbedingt erhalten werden sollten.

Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr nur die Blattrosette, die Blüte erst im zweiten Jahr. Wird die Pflanze im ersten Jahr übermäht, beeinflusst das die Wahrscheinlichkeit einer Bildung der Blüte im zweiten Jahr. Daher wurde entschieden, diesen Bereich innerhalb der Vegetationsperiode zunächst aus der Mahd auszuschließen. Wichtig für die Entwicklung der Flächen ist die Aushagerung durch Nährstoffentzug. Dies gelingt dadurch, dass das Mähgut abgetragen und von der Fläche verräumt wird. Ebenso ist es wichtig, dass keine zusätzlichen Nährstoffe in den Boden eingetragen werden, z.B. durch Hundekot. Wir bitten daher alle Hundehalter auch im Winter, ihre Hunde von den Blühflächen fern zu halten – auch wenn der Bewuchs nun gering ist. Durch verbleibenden Hundekot auf den Flächen wird die Entwicklung der Pflanzengesellschaft nachhaltig gestört, da die Fäkalstoffe im Erdboden verbleiben und einer Aushagerung der Flächen entgegenwirken.

Gemeinde Altenholz
der Bürgermeister
Bauamt